Flurbereinigungsverfahren Ströhen-Süd
Die Ortschaft Ströhen will ihren Strukturreform-Kurs fortsetzen, insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich, aber auch in Bezug auf den örtlichen Wirtschaftswegebau. Zudem ist Ströhen bestrebt, einen ökologischen Mehrwert zu erreichen.
Realisiert werden sollen die Pläne durch ein weiteres Flurbereinigungsverfahren für den südlichen Teil der Ortschaft.
Auf dieser Seite erhalten Sie laufend Informationen zum Entwicklungsstand des Verfahrens.
Mit Unterstützung vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL-LW), Geschäftsstelle Sulingen, und auf Antrag der Gemeinde Wagenfeld sollen mit dem Flurbereinigungsverfahren klassische Zielsetzungen, zu denen die Flächenarrondierung, ökologische Aufwertung des Gebietes sowie die Verbesserung der Erschließungsverhältnisse durch den Ausbau von Wegen gehören, verfolgt werden.
Vorgesehen ist, innerhalb eines Zeitfensters von zehn bis zwölf Jahren alle Flächen südlich der Mindener Straße bzw. der Tierparkstraße bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze und bis zum angrenzenden Landkreis Nienburg neu zu ordnen.
Die vorläufige Gebietsabgrenzung ist der nachfolgenden Karte zu entnehmen:
Ein knapp 20-köpfiger Arbeitskreis wird in den kommenden Wochen und Monaten in enger Zusammenarbeit mit Experten des ArL-LW die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit das Verfahren schnellstmöglich beim Land Niedersachsen angemeldet und im Jahre 2018 eingeleitet werden kann.

Ströhen. Wenn in eine Baumaßnahme viel Geld investiert wird, geht es in aller Regel um umfangreiche Arbeiten. Die Verbesserungen, die immer mit den Bauarbeiten einhergehen, werden von Auftraggebern und Betroffenen zumeist mit großem Interesse erwartet. Wie im Verfahrensbereich der Flurbereinigung Ströhen-Süd. Dort sehen nicht nur die Anlieger das Ergebnis der ersten ausgebauten Gemeindestraßen, sondern auch die Vertreter der Gemeinde Wagenfeld und der verantwortlichen Flurbereinigungsbehörde.
Weil es wegen der aufgeweichten Seitenräume in den vergangenen Wochen zahlreiche Anrufe gegeben hatte, trafen sich Bürgermeister Matthias Kreye, Bauamtsleiter Dennis Härtel, der Ströher Ortsvorsteher Reinhard Heider, der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Matthias Schubert, und Heinrich Dammeier von der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) jüngst zu einer Ortsbesichtigung und Begehung von Wegstrecken mit einer noch nicht entwickelten Grasnarbe.
Trotz der nachvollziehbaren Bedenken der Anlieger freute sich Bürgermeister Kreye, dass die erste Maßnahme im Rahmen des Verfahrens umgesetzt worden sei. „Fast neun Kilometer Wegebau mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer Million Euro.“ Er lobte auch das gute Miteinander von Anliegern, Flurbereinigungsbehörde und den Bautrupps eines Tiefbauunternehmens aus dem Emsland während der mehrmonatigen Bauphase.
Die aufgeweichten Seitenräume führte Kreye auf die schlechte Entwicklung der Grasnarbe bedingt durch den späten Aussaat-Termin zurück. Bis zur Nachbesserung der Arbeiten im kommenden Jahr wünschte sich Kreye von allen Anliegern und anderen Verkehrsteilnehmern, bei der Nutzung der neuen Straßen Weitsicht walten zu lassen, möglichst wenig den Seitenstreifen zu befahren und bei Gegenverkehr auch mal in einer Einfahrt zu warten. „Mit ein bisschen Rücksicht kann jeder eine Menge bewirken“, appelliert er an Autofahrer und die Lenker landwirtschaftlicher Zugmaschinen.
Ortsvorsteher Reinhard Heider machte deutlich, dass die Einwände der Anlieger ernst genommen und Schäden behoben würden. Ein paar Gefahrenstellen seien bereits durch entsprechende Beschilderungen entschärft worden, betonte er. Wie schon während der Bauphase im Sommer hoffte Heider auch für die Nachbearbeitung „auf die immer sehr verständlichen Ströher.“
Seitens der Flurbereinigungsbehörde wies Projektleiter Heinrich Dammeier darauf hin, dass bei Bedarf noch verschiedene Zufahrten zu landwirtschaftlichen Nutzflächen angepasst würden, setzte für die Bauarbeiten auf die gewohnt gute Zusammenarbeit von ArL und Gemeinde Wagenfeld und betonte, dass bei Wegebaumaßnahmen die Ansaat der Seitenräume immer der letzte Arbeitsschritt sei, der häufig erst im Herbst zum Ende der Vegetationszeit vorgenommen werden könnte.
Die ebenfalls geäußerten Bedenken zu den geringen Ausbaubreiten ließ Dammeier nicht gelten. „Bezuschussungen sind nur bis zu einer Breite von 3,50 Metern möglich“, sagte er, „Ausbaubreiten darüber hinaus müssen die Gemeinde und die beteiligten Grundbesitzer allein tragen. Auch lassen die in dem Bereich bestehenden schmalen Wege mit den angrenzenden Gräben eine andere Straßenbreite nur mit einem unverhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand zu.“
Zur Erinnerung: Im ersten Teil des Wegebauprogramms wurden auf einer Gesamtlänge von 8.520 Metern die Rickertstraße, Rothe Riede, Bürgermeister-Kropp-Straße, Am Schwarzen Moor und Oberauerort auf einer Breite von drei Metern ausgebaut.
Die Kosten betragen etwa 1.135.000 Euro. Die Gesamtkosten des Verfahrens belaufen sich auf knapp 4,5 Mio. Euro. Von den 75 Prozent der Zuschüsse (3.360.000 Euro), die von Land, Bund und EU bereitgestellt werden, trägt die Europäische Union 53 Prozent. 11,5 Prozent (460.000 Euro) bringt die Teilnehmergemeinschaft auf - pro Hektar 330 Euro, und 13,5 Prozent der Gesamtkosten (660.000 Euro) entfallen auf die Gemeinde.
Ausblick: 2021 werden Arnikaweg und Kieferweg, Alte Heide, Fuchshardt, Auf dem Pustel, Fehrenkamp, Diekstraße und Pusteler Weg in einer Breite von drei Metern ausgebaut. Ebenfalls ein eng beieinander liegendes Straßennetz mit einer Gesamtlänge von etwa 8.000 Metern. Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt belaufen sich voraussichtlich auf gut 1 Mio. Euro.
Wenn Mitarbeiter des Vermessungsbüros Mittelstädt und Schröder in den kommenden Wochen ihre Gerätschaften im Ströher Süden aufbauen und dabei auch schon mal auf Privatgrundstücken stehen, dann hat das durchaus seine Richtigkeit. Denn sie sind im Auftrag des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) für das Flurbereinigungsverfahren Ströhen-Süd unterwegs.
Es werde die Umringsgrenze des Verfahrens beziehungsweise des Neuvermessungsgebietes vermessen und förmlich festgestellt, erklärt Carsten Kütemeier in einer Mitteilung der Behörde. Die Aufmessung des Wege- und Gewässernetzes sowie der Hof- und Gebäudeflächen als sogenannte Bedingungs- flächen und der für die spätere Landzuteilung bedeutsamen topografischen Punkte sei der erste Teil der „Flurbereinigungsvermessung“.
Es handele sich hierbei noch nicht um die Übertragung der neuen Grenzen in die Örtlichkeit, betont Kütemeier. Sie würden erst zur Besitzeinweisung (Neuzuteilung) in das jetzt aufzumessende Wege- und Gewässernetz eingerechnet und anschließend im zweiten Teil der“ Flurbereinigungsvermessung“ in die Örtlichkeit übertragen.
Bei der Vermessung müssen die Fachleute auch Grundstücke und Höfe betreten. „Die Messtrupps werden bemüht sein, Beeinträchtigungen sowie Flurschäden weitestgehend zu vermeiden, bitten bei unvermeidlichen Störungen jedoch um Verständnis“, so Kütemeier. Die Bewertung der Flächen soll 2021 erfolgen. Danach wird das ArL Planungsgespräche mit den Eigentümern führen. Sie könnten Wünsche äu ßern, einen Anspruch auf deren Erfüllung gebe es aber nicht, betont Kütemeier.
Mit einem Volumen von rund 4,5 Millionen Euro und einem berücksichtigten Wegenetz von 30 Kilometern ist das 2018 gestartete Flurbereinigungsverfahren Ströhen Süd eines der größten in Niedersachen. 3,4 Millionen Euro trägt das Land, den Rest zahlen die Gemeinde Wagenfeld und die 275 beteiligten Grundstückseigentümer. Im Fokus stehen dabei die Landwirtschaft und der Wegebau, für den allein gut vier Millionen Euro veranschlagt sind. Das erste Bauprogramm wird in diesem Jahr umgesetzt und hat laut Kütemeier ein Volumen von etwa einer Million Euro. Der Wagenfelder Rat hat Mittel für den Ausbau der Straßen Darlatener Weg, Rothe Riede, Bür- germeister Kropp Straße, Am Schwarzen Moor und Oberauerort in den Haushalt eingestellt. Derzeit läuft die Ausschreibung. In den kommenden beiden Jahren werde es weitere Bauprogramme geben, so Kütemeier.
Naturschutzmaßnahmen und die ökologische Aufwer- tung der Großen Aue sind ebenfalls Teil des Flurbereinigungsverfahrens. Konkrete Planungen gibt es hier allerdings noch nicht.
Text + Foto: ARL + DH Kreisblatt
Ansprechpartner/in
| Herr Falko Niebuhr | |
| Rathaus, Zimmer 32 // 1. OG Pastorenkamp 25 49419 Wagenfeld Telefon: 05444 9881-30 Telefax: 05444 9881-15 E-Mail: falko.niebuhr@wagenfeld.de Aufgaben: | |
Infobereich
Dokumente
- Beschluss und zugleich Ladung zur Wahl des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft am 29.11.2018 (35 kB,
) - Präsentation vom Aufklärungstermin der Grundstückseigentümer am 10.10.2018 (4 MB,
) - Wegekonzept - Stand: 10.10.2018 (455 kB,
) - Grünordnungskonzept - Stand: 10.10.2018 (628 kB,
) - Auszug aus der Machbarkeitsstudie Große Aue (1 MB,
) - Einladung zum Aufklärungstermin am 10.10.2018 (216 kB,
) - Niederschrift des Arbeitskreises am 03.07.18 (293 kB,
) - Niederschrift des Arbeitskreises am 01.11.17 (64 kB,
) - Niederschrift des Arbeitskreises am 22.06.17 (71 kB,
) - Niederschrift des Arbeitskreises am 09.05.17 (73 kB,
) - Niederschrift des Arbeitskreises am 06.04.17 (73 kB,
) - Anlage 1 zur Niederschrift des Arbeitskreises am 06.04.17 (3 MB,
) - Anlage 2 zur Niederschrift des Arbeitskreises am 06.04.17 (1 MB,
) - Anlage 3 zur Niederschrift des Arbeitskreises am 06.04.17 (1 MB,
) - Niederschrift des Arbeitskreises am 15.03.17 (200 kB,
) - Niederschrift des Arbeitskreises am 01.02.17 (199 kB,
) - Öffentliche Bekanntmachung Diepholzer Kreisblatt 18.02.2017 (2 MB,
) - Informationen zur Flurbereinigung Ströhen-Süd am 14.12.2016 im Tierparkrestaurant (1 MB,
) - Öffentliche Bekanntmachung Diepholzer Kreisblatt 08.12.2016 (2 MB,
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