Das Prozedere dazu sollte zunächst unabhängig von tatsächlich entstehenden Kosten nach dem Prinzip erfolgen: Erst Vorstellungen zur Umgestaltung formulieren - dann rechnen – im Anschluss aus Kostengründen ggf. nachbessern. Die Ergebnisse des ersten Workshopas am 27.01.2022 und am Donnerstag den 24.02.2022 abgehaltenen zweiten Workshops, werden dem Bauausschuss der Gemeinde Wagenfeld Mitte März als Vorschlag zur weiteren Beratung vorgestellt. Die finale Entscheidung über den Plan ist für die Ratssitzung am 29. März vorgesehen. Die Teilnehmer des Workshops arbeiten dabei mit Vertretern des Ingenieur-Planungsbüros Wessels und Grünefeld eng zusammen. Der erste Workshop zur Ortskernsanierung fand Ende Januar statt, die Ergebnisse und die daraus resultierenden drei Planungsvarianten stellte Herr Block des Büros vor. Im ersten Workshop hatte sich herauskristallisiert, dass der vordere Bereich des bisherig umstrukturierten und unattraktiven Marktplatzes sich zukünftig als Visitenkarte bei der Dorfdurchfahrt und für die Marktplatzbesucher profilieren soll.
„Wir möchten für den Ort eine Eingangsgeste bieten“, erläuterte Wilko Russ zur dreidimensionalen Vorstellung des Blicks auf den zukünftigen Marktplatz aus westlicher Richtung. Russ ist Mitglied des Planungsteams und hat das Büro Wessels und Grünefeld u.a. bei der dreidimensionalen Darstellung der Planungen zum besseren Verständnis unterstützt.
Variante eins der drei Vorschläge fand nach Vorstellung und Diskussion einen breiten Konsens. Sie beinhaltet eine klare Strukturierung von der Hauptstrasse in Richtung Gutenbergstraße und definiert die Nutzung bei Nicht-Großmarktbetrieb und Großmarktbetrieb. Die gesamte Fläche wird in der Gesamtwirkung eine große Grünfläche mit eingebetteten Plätzen, Parkzonen, einer Fläche für Aktionen der Feuerwehr (z.B. regelmäßige Papiersammelaktionen), einem Platz für den Wochenmarkt und einem ovalen, gefangenen Platz mit Aufenthaltsqualität und für Treffen von Gruppen sein. Die Bushaltestelle aus Fahrtrichtung Diepholz wird von der Hauptstraße auf den Marktplatz in Höhe der Rückseite des Feuerwehrgerätehauses verlegt und in den Platz integriert, ihr werden Parkplätze und ein öffentliches Toilettenhäuschen gegenübergestellt. „Das Parken muss geregelt werden, denn wir haben hier sogar Park and Ride, Menschen kommen mit dem Auto und fahren mit dem Bus weiter“, erläutert Bürgermeister Matthias Kreye. Der Vorteil der Planungsvariante eins ist: Jede Funktion hat ihre eigene Fläche.
Mit den Entscheidungen zu der Ausgestaltung positioniert sich die Workshopgruppe deutlich, wohin Wagenfeld bei der Ortsgestaltung will und für einen bestimmten Stil. Mit der Festlegung, wie die Oberflächengestaltung der Plätze und Fahrbahnen, Geh- und Radwege, Buswartehalle, Fahrradparker und Ver- und Entsorgung für die Marktbeschicker oder wie die Bepflanzung aussieht, erarbeitete die Gruppe als Grundlage für die finale Entscheidung im Gemeinderat.
Eckig oder rund? - Modern oder antik?
Die Entscheidung der Workshoper kann als gute Mischung aus Bodenständigkeit und Aufbruch ins Jetzt interpretiert werden.
Im Klartext entschieden sich die Teilnehmer wie folgt:
- Für eine Mauer mit Ortswappen und einheitlichen Plakatwänden aus modernem Fachwerk als Eingangsportal für das große Marktareal
- Eine Dorfuhr begrüßt die Ankommenden und definiert den Platz als zentralen Platz für unterschiedliche Nutzungen
- Ein Toilettenhaus zeigt Gastfreundschaft auch für Menschen, die auf der Durchreise sind
- Bushaltehalle soll schlicht mit viel Glas und anthrazitfarbenen Profilen modern zum Warten einladen
- Fahrradparker als Bügel in eckig, anthrazitfarben mit Holzelementen
- Bänke im gleichen Stil
- Unterflur-Ver- und Entsorgungseinheiten für Marktbeschicker (Abwasser und Strom)
- Frischwasser durch Hydranten
- Laternen in anthrazit und leicht antiker Form (wird auch an Auburg verbaut werden sollen)
- Abfallbehälter einheitlich in eckig, anthrazit und abwechselnd in Kombination mit Hundekotbeutelspender
Grün oder bunt?
Beides.
- Säulenhainbuche oder Säulenkirsche als Alleebäume
- Rhododendren, Gräser und Blühstreifen auf gesamten Areal
Farbgebung der Pflasterung, Brüstungen, Umfassungen?
Warm und barrierefrei.
- Grundsätzlich sollen die Plätze, Fahrbahn und Parkplätze in sandsteinfarben gehalten sein
- Geh- und Radwege werden farblich gut sichtbar in rot-grau abgesetzt
- Hochbeete aus Cortenstahl
Bürgermeister Kreye bedankte sich zum Schluss des Workshops für die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sowie bei den Mitgliedern des Workshops für die konstruktive Zusammenarbeit und freut sich auf die nun weitergehenden Beratungen in den Ratsgremien. Der weitere Zeitplan sieht einen Baustart im September nach dem Wagenfeld Großmarkt vor.