Vor dem Hintergrund der Ziele der Bundesregierung, bis zum Jahr 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen, und den Bestrebungen des Landes Niedersachsen, dieses Ziel bereits fünf Jahre früher zu verwirklichen, möchte die Gemeinde Wagenfeld hierfür mit der Erstellung einer Kommunalen Wärmeplanung einen Beitrag leisten. Mit dem Beginn der kommunalen Wärmeplanung möchte die Gemeinde zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen und einen Baustein für eine nachhaltige und wirtschaftliche Energiezukunft für ihre Bürgerinnen und Bürger mitgestalten. Gefördert wird die Erstellung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit 90 Prozent aus dem Klima- und Transformationsfonds.
„Wir freuen uns, dass wir die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung an das Fachbüro, Wärmeschmiede GmbH, vergeben konnten und wir nun zusammen mit dem Prozess starten“, bekräftigt Bürgermeister Matthias Kreye.
© Reinhard Kawemeyer Zum Start der kommunalen Wärmeplanung trafen sich im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima Vertreter der Wärmeschmiede GmbH, der vor Ort aktiven Netzbetreiber und der Gemeinde: Jakob Bürger, Projektleiter der Wärmeschmiede GmbH, Hermann Karnebogen (Kommunalreferent Netzbetreiber Avacon), Matthias Partetzke (Geschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal), Jakob Wiebe (Leitung Funktionsbereich Gas, Wasser, Wärme bei den SWH), Manuel Schmidt (Projektingenieur für Kommunale Wärmeplanung bei den SWH) Bürgermeister Matthias Kreye, Ratsvorsitzender der Gemeinde Wagenfeld, Wilko Russ, Ortsvorsteher Ströhen, Reinhard Heider, der Vorsitzende des Bau-, Wege-, Verkehrs- und Umweltausschusses, Wilhelm Fenker und der Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Wagenfeld, Sven Schröder.
Die Stadtwerke EVB Huntetal sind nicht nur als Netzbetreiber involviert, sondern wirken als Nachunternehmer gemeinsam mit der Wärmeschmiede bei der Erstellung des Wärmeplans mit. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant, danach beginnt die Umsetzungsphase der ersten im Prozess identifizierten Maßnahmen, wobei größere Maßnahmen auch maßgeblich von Investoren abhängen wird.
„Einsparen ist effektiver als Ersetzen. Es ist von großer Bedeutung, dass wir den Energiebedarf durch gezielte Sanierungen und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung reduzieren.“ – Jakob Bürger, Projektleiter Wärmeschmiede GmbH
Bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse sind jedoch noch einige Planungsschritte notwendig. Die kommunale Wärmeplanung erfolgt in einer Art Stufenmodell. Zunächst wird eine Bestandsanalyse durchgeführt. Dabei werden anhand vorhandener Gebäudedaten der aktuelle Wärmebedarf, die eingesetzten Energieträger, die vorhandenen Heizungsanlagen sowie die Energieinfrastruktur ermittelt. Als Datengrundlage wird insbesondere auf die Daten des Netzbetreibers für Strom und Gas sowie Daten der Bezirksschornsteinfeger zurückgegriffen. Aktuell läuft die Bestandsanalyse bereits. Zusätzlich sollen lokale Akteure wie beispielsweise Energieversorger oder Unternehmen mit Abwärme-Potenzial direkt befragt werden.
Anschließend wird gemeinsam geprüft, welche Versorgungstechnologien auf Basis erneuerbarer Energien oder nutzbarer Abwärme für die Wärmeversorgung zur Verfügung stehen. Dies können beispielsweise grüne Wärmenetze oder Technologien mit Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme oder Biomasse sein.
Die Akteure, die einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Wärmeversorgung haben, werden aktiv in den Planungsprozess eingebunden. Darüber hinaus hat jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit, Hinweise und Anregungen zur Wärmeplanung einzubringen, wozu im Laufe des Prozesses separat eingeladen wird.
Die eigentliche Einteilung der Gemeinde Wagenfeld in potenzielle Wärmeversorgungsgebiete erfolgt nach Auswertung aller Ergebnisse. Im Anschluss wird eine Strategie mit Maßnahmenplan entwickelt, die aufzeigt, wie es in Sachen Wärmeversorgung weitergehen kann.
Die Wärmeplanung wird keine rechtlichen Verpflichtungen für Unternehmen oder Haushalte hinsichtlich der Energie- und Wärmequellen schaffen. Stattdessen wird sie aufzeigen, welche treibhausgasneutralen Energiequellen in der Region verfügbar sind. „Wir möchten transparent darstellen, ob in bestimmten Bereichen der Kommune Wärmenetze für Anwohner wirtschaftlich angeboten werden können und welche Heizungstechnologien unter Berücksichtigung von Umwelt und Sozialverträglichkeit zu priorisieren sind “, so Jakob Bürger.
Den Bürgerinnen und Bürgern werde durch die Planung nicht vorgeschrieben, wie sie in Zukunft heizen müssen. Vielmehr kann der Plan als Orientierungshilfe für individuelle Entscheidungen verstanden werden, im Rahmen der Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Dabei sei darauf hingewiesen, dass fossile Energieträger wie Öl und Gas durch die CO2-Abgabe teurer werden. Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen und der Anschluss an ein Wärmenetz seien nicht nur effizienter, sondern können sich langfristig unter bestimmen Rahmenbedingungen auch finanziell lohnen, so die Wärmeschmiede.
Für weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen zur kommunalen Wärmeplanung wird in Kürze die Homepage www.wagenfeld.de/kommunale_waermeplanung online gehen. Dort werden häufige Fragen rund um die Wärmeplanung beantwortet und zusätzliche Einblicke in die Wärmeplanung geboten. Bei Fragen oder Anliegen kann gerne der Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Wagenfeld, Sven Schröder (sven.schroeder@wagenfeld oder 05444 9881-19 kontaktiert werden.