Die Besucher aus dem Ortsteil Haßlingen zeigten großes Interesse an der zukunftsweisenden Mega-Baumaßnahme, hörten zu, klatschten wiederholt Beifall und stellten zum Schluss detaillierte Fragen. Bauherr der Großmaßnahme ist der Landkreis Diepholz. An der Spitze des Eigenbetriebes steht Geschäftsführer Günter Klingenberg. Den Vorsitz im Betriebsausschuss hat Landrat Cord Bockhop. Die Firma „nordischnet“, regionale Marke des Kieler Netzbetreibers GVG Glasfaser, hat den Zuschlag erhalten, das schnelle Internet in alle Teile des Landkreises zu bringen. Von Wagenfeld aus in Richtung Norden, zeitgleich von Bassum aus in südlicher Richtung.
Bürgermeister Matthias Kreye, der eingangs neben den Besuchern auch Landrat Cord Bockhop und Kreisrat Jens-Hermann Kleine vom Landkreis sowie den Bassumer Bürgermeister begrüßt hatte, appellierte abschließend an alle Zuhörer, die einmalige Chance zu nutzen, die Zukunft nach Wagenfeld zu holen. „Hinter der geplanten Maßnahme steht der Landkreis, jetzt wird gebaut“, betonte Kreye und erinnerte an die Schwierigkeiten auf die er als Bürgermeister seit drei Jahren gestoßen sei, um endlich eine Glasfaserversorgung für Wagenfeld und Ströhen zu erreichen.
„Entscheidet euch rechtzeitig für den Zukunftsschritt“, wünschte sich der Bürgermeister eine gute Quote und damit die Gewissheit, dass die Bagger im Herbst anrollen können. „Einen Glasfaseranschluss wird es in nächster Zeit nicht wieder so günstig geben wie jetzt“, machte Kreye deutlich. Gleichzeitig wies er auf die hohen Kosten hin, die bei einem späteren Hausanschluss entstehen würden. Gesprochen wurde im Laufe der anderthalbstündigen Info-Veranstaltung über 4.000 Euro und mehr pro Anschluss, wenn die Bagger durch sind.“
Zuvor hatte schon Claudia Pelzl, Projektleiterin des künftigen Netzbetreibers „nordischnet“ auf die Vorteile von Vertragsabschlüssen bis zum 31. August dieses Jahres hingewiesen. Für annähernd 2.000 Wohneinheiten sei der Hausanschluss in den Gemeindebereichen mit „weißen Flecken“ (unter 30 Mbit/s) umsonst. Es werde lediglich eine einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von 69 Euro pro Anschluss erhoben. Zu den etwa hundert Häusern, die in Wagenfeld und Ströhen weit verstreut liegen, sagte die Kieler Projektleiterin, dass sich eine Anbindung aus wirtschaftlicher Sicht zwar nicht lohne, der Landkreis sich aber bemühe, dafür ebenfalls Fördermittel zu erhalten, um zu einem späteren Zeitpunkt einen Hausanschluss zu ermöglichen. Zudem sei bei ihrer Firma bereits die Anfrage eingegangen, ob das Glasfaserkabel bis zu den entlegenen Häusern verlegt werde, wenn die Hauseigentümer die notwendigen Tiefbauarbeiten in Eigenleistung erbringen würden.
Zudem wies die Projektleiterin darauf hin, dass auch Hausanschlüsse ohne Vertrag möglich seien. Die würden allerdings 799 Euro kosten Das gelte beispielsweise für Bürger, die ihr Haus fit für die Zukunft machen wollten, die Mieter aber keinen Vertrag mit „nordischnet“ wünschten. Wann genau der Ausbau in Wagenfeld beginne, ließ Pelzl offen und verwies auf unvorhersehbare Unwägbarkeiten beim Tiefbau. Sie beteuerte aber, dass unter Licht gebaut werde, die Leitungen angeschlossen und genutzt werden könnten, sobald die Arbeiten in einem Bereich abgeschlossen seien.
„In Wagenfeld fangen wir an, hier geht die Welle los“, versicherte Landrat Cord Bockhop in seinem Kurzstatement, und Kreisrat Kleine erläuterte, dass der Eigenbetrieb des Landkreises in den Breitbandausbau 180 Mio. Euro investiere. Geplant sei, 2.000 Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen und im gesamten Landkreis 15.300 unterversorgte Gebäude anzuschließen. Die Gesamtmaßnahme sei in acht Verkaufscluster mit 24 Baulosen und vier Materiallosen gesplittet, beschrieb er die künftige Vorgehensweise für die Baumaßnahme. „Heute geht die Tür auf“, freute sich Kleine und verband damit die Aussage, dass man Zukunft bauen könne.
Die weiteren Informationsabende sind auf Donnerstag, 18. April, für die Einwohner aus Wagenfeld-Förlingen, auf Dienstag, 23. April, für die Bürger in der Ortschaft Ströhen, auf Mittwoch, 24. April, für die Einwohner des Wagenfelder Ortsteils Neustadt, und auf Donnerstag, 2. Mai, für Wagenfeld-Bockel terminiert. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.