Wagenfeld ist eine der ersten Gemeinden im Südteil des Landkreises Diepholz, in der – voraussichtlich im Herbst dieses Jahres - die Arbeiten anlaufen könnten. Zeitgleich mit den Nachbargemeinden Rehden, Hemsloh und Barver. Träger der Mammut-Baumaßnahme mit Kosten in dreistelliger Millionen-Höhe ist der Landkreis Diepholz, Netzbetreiber die Firma GVG Glasfaser GmbH mit der regionalen Marke „nordischnet“ mit Sitz im schleswig-holsteinischen Kiel.
Bevor die angekündigten Informationsabende für die vier Wagenfelder Ortsteile Haßlingen, Förlingen, Neustadt und Bockel (alle in der Aula der Auburg-Grundschule) sowie für Ströhen (in der neuen Sporthalle) anlaufen beziehungsweise bereits angelaufen sind, informierte „nordischnet“-Projektleiterin Claudia Petzl im Sitzungszimmer des Rathauses die Mandatsträger des Rates sowie Vertreter der Feuerwehren und die Vorstandsmitglieder des Unternehmer-Zusammenschlusses „Aktiwas“ über die Details der geplanten Glasfasertechnik für den Landkreis Diepholz und die Möglichkeiten der Nutzung ihrer Angebotspalette. Die Zuhörer(-innen) sollen als sogenannte Botschafter Informationen über die Einführung der neuen Technik mit Planungsabläufen und Kosten in die Bevölkerung tragen.
Im Zusammenhang mit den notwendigen Informationen zum Breitbandausbau wies die Projektleiterin darauf hin, dass „nordischnet“-Mitarbeiter während der Infoabende Rede und Antwort stehen und nach Ostern von Haus zu Haus gehen würden. Zudem könnte der Informationsbedarf vom 25. April an jeweils donnerstagnachmittags bei Sprechstunden im Rathaus gestillt oder ein spezieller Beratungstermin mit der Betreiberfirma vereinbart werden. Geplant sei auch, so Pelzl, an prägnanten Stellen in Wagenfeld und Ströhen Werbebanner aufzustellen, Infostände bei größeren Veranstaltungen aufzubauen und Blanco-Nutzungsverträge an öffentlichen Orten auszulegen.
Bürgermeister Matthias Kreye liegt die Glasfaserversorgung für Wagenfeld und Ströhen besonders am Herzen. „Es ist wichtig, dass möglichst viele Bürger mitmachen“, appellierte der Verwaltungschef während der Auftaktveranstaltung an die Zuhörer, „das ist für die Realisierung von immenser Bedeutung.“ Ausgebaut, so Kreye, werde nur, wenn eine Wirtschaftlichkeit vorhanden sei, wenn bis zum 31. August diese Jahres ausreichend Verträge abgeschlossen würden. „Der Breitbandausbau ist ein Meilenstein für Wagenfeld, Ströhen und den gesamten Landkreis“, betonte der Bürgermeister und wünschte sich, dass auch die Bürger, die nicht unbedingt auf eine schnelle Internetverbindung angewiesen seien, über einen zeitnahen Hausanschluss nachdenken würden, „zumal es ihn nie weder so günstig geben wird wie jetzt.“
Claudia Pelzl erläuterte, dass die Häuser von annähernd 2.000 potenziellen Anschlussnehmern in Gemeindebereichen mit „weißen Flecken“ (unter 30 Mbit/s) stehen würden. Für sie sei der Anschluss umsonst, wenn sie bis Ende August einen Zwei-Jahres-Vertrag mit „nordischnet“ abgeschlossen hätten. Lediglich etwa hundert (der knapp 2.000) Häuser lägen so weit verstreut, dass sich eine Anbindung aus wirtschaftlicher Sicht nicht lohne, zumal der Anschluss eines einzelnen Hauses auch schon einmal 35.000 Euro kosten könnte. Der Landkreis bemühe sich aber, auch für diese Fälle Fördermittel zu erhalten, um sie zu einem späteren Zeitpunkt anschließen zu können. Am Ende steht das Ziel, dass jedes bewohnte Haus oder jeder Gewerbebetrieb einen Glasfaseranschluss bis an das Gebäude bekommen soll.
Zudem wies die Projektleiterin darauf hin, dass auch Hausanschlüsse ohne Vertrag möglich seien. Die kosteten allerdings 795 Euro und böten sich beispielsweise für Hausbesitzer an, die ihr Haus fit für die Zukunft machen wollten, die Mieter aber keinen Vertrag mit „nordischnet“ abschließen möchten. Fakt sei, so Pelzl, dass ein Anschluss richtig teuer würde, „wenn der Bagger durch ist.“ Sie sprach in den Fällen von Kosten in Höhe von mindestens 3.500 Euro. Wann genau der Ausbau beginne, wenn die Voraussetzungen erfüllt seien, sagte Pelzl wegen unvorherzusehender Unwägbarkeiten beim Tiefbau noch nicht, beteuerte aber, „dass unter Licht gebaut wird“. Will heißen: Sobald die Arbeiten in einem Bereich abgeschlossen sind, werden die Leitungen angeschlossen und können genutzt werden.
Zu den notwendigen Erdarbeiten bei der Anbindung ans Glasfasernetz sagte die Kielerin, dass dafür in vielen Fällen kleine Erdraketen eingesetzt würden, die sich unterirdisch einen Weg von der Hauptleitung bis zum Haus bahnten. Am Hause würde dann ein Loch für das Kabel durch die Außenmauer gebohrt und innerhalb des Hauses die Technik installiert, die das Signal über Wlan oder Kabel im gesamten Haus verteilt. Potenziellen Kunden, die auch einen Telefonabschluss bei „nordischnet“ buchen möchten, riet Pelzl, den bestehenden Vertrag von ihrer Firma kündigen zu lassen. Nur so sei es möglich, die bisherige Telefonnummer zu behalten. „Mit nur einem Anschluss bieten wir alle Dienste – sicher, störungsfrei und durch die leistungsfähige Glasfaserleitung mit sehr hohen Bandbreiten“, versprach die Projektleiterin abschließend. Zur Auswahl stünden Internetflatrates mit wahlweise 200, 300, 400 oder 500 Mbit/s, dazu Telefonflatrates sowie über 200 TV- und Radioprogramme.
